Englischunterricht

Seit Beginn des Schuljahres 2004/05 haben alle 3. und 4. Klassen zwei Stunden Englischunterricht pro Woche. Dafür reduziert sich die Anzahl der Unterrichtsstunden im Fach Deutsch um eine Stunde. Die 2. Englischstunde wird zusätzlich gehalten.

 

Fremdsprachenunterricht in der Grundschule --- warum?
„In der heutigen Welt ist die Erfahrung einer multikulturellen und mehrsprachigen Wirklichkeit alltäglicher als in der Vergangenheit. Die Begegnung mit dem jeweils Anderen in der eigenen Heimat, die Fremderfahrung im eigenen Lebensumfeld wird immer mehr zur Normalität. Somit wird die Bereitschaft und Fähigkeit zur Kontaktaufnahme mit fremdsprachigen Menschen immer notwendiger.
Auf diese veränderte Wirklichkeit sollen die Kinder bereits in der Grundschule vorbereitet werden. In den Jahrgangsstufen 3 und 4 sollen sie neben der deutschen Sprache einer weiteren Sprache (Englisch, Französisch oder Italienisch) und deren Kultur begegnen." (Lehrplan für die Grundschulen in Bayern, Juli 2000; S. 29)
Nicht nur der Umgang mit fremden Völkern und Kulturen wird für die moderne Gesellschaft immer alltäglicher. So kommt der Einzelne in unserer technisch vernetzten Alltagswirklichkeit beinahe täglich mit fremden Sprachen, sei es per Kabelfernsehen, Satellit oder Internet, in Kontakt. Die Arbeitswelt kann aufgrund ihrer weltweiten Beziehungen schon lange nicht mehr ohne Fremdsprachenkenntnisse auskommen. Im Hinblick auf ein vereintes Europa sind Sprachenkenntnisse also ebenso erstrebenswert wie auch in Anbetracht der zunehmenden Globalisierung.

 

Ziele des Englischunterrichts in der Grundschule:
Für die Grundschule ergeben sich drei grundlegende Zielsetzungen. 
* Zum einen hat der Englischunterricht einen wichtigen erziehlichen Auftrag zu erfüllen: Die Kinder sollen das Fremde als normal erkennen und akzeptieren lernen. So sollen sie zu einer vorurteilsfreieren, toleranteren Einstellung zu anderen Menschen und deren Kultur gelangen. Auf diese Weise leistet der Fremdsprachenunterricht einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.
* Zum anderen soll den Schülern ein gewisses Maß an sprachlichen Fertigkeiten vermittelt werden. Deshalb werden überwiegend Hörverstehen, Aussprache sowie mehr reproduktives Sprechen und wenig grammatikalische Strukturen geschult. Die Schüler sollen auf die classroom language reagieren und längere authentische Texte global erfassen können. In ihrem aktiven Repertoire haben sie Reime, Lieder, Redewendungen und situationsgebundene Minidialoge. Seit 2005/06 gibt es eine verbindliche Konkretisierung zum Lehrplan 2000, in der festgelegt ist, welche elementaren sprachlichen Mittel im Unterricht gezielt wiederholt, geübt und angewendet werden sollen.
Die weiterführenden Schulen erwarten keine lückenlose Beherrschung aller angeführten sprachlichen Mittel, wohl aber "Verlässlichkeit darüber, 
dass die geforderten Inhalte gezielt geübt werden".
* Ein drittes Ziel ist die Motivation. Der Englischunterricht will die Freude am Fremdsprachenlernen nicht nur wecken, sondern auch erhalten, damit die Kinder sich gerne langfristig damit beschäftigen. Der Unterricht baut das Selbstbewusstsein der Schüler auf, da sie feststellen, dass sie die fremde Sprache zunehmend verstehen. Er erzieht zu Geschicklichkeit beim Spracherwerb und vermittelt allen Kindern, auch schwachen Schülern oder Ausländern, Erfolgserlebnisse ohne Notendruck, da es keine Noten gibt. Die kreative Beschäftigung und der handelnde Umgang mit der Sprache führen ebenfalls zu einer lang anhaltenden Motivation, fremde Sprachen zu erlernen.

 

Prinzipien und Kennzeichen des Englischunterrichts:
Der Unterricht hat das Prinzip der Einsprachigkeit, d.h. er findet (fast) nur auf Englisch statt. Das Mündliche hat Vorrang: So stehen an erster Stelle Hören, Sprechen und Verstehen. Lesen und Schreiben haben eine unterstützende Funktion. Um den Schülern ein möglichst gutes Sprachvorbild zu geben, werden, falls vorhanden, authentische Materialien (Kassetten und CDs mit Original Liedern, Texten etc. sowie authentische Bücher, Reime, Spiele, Geschichten und Tänze) eingesetzt. Als wichtigstes Prinzip sei noch der ganzheitliche und handlungsorientierte Umgang mit der Sprache genannt. Es kommt also nicht zu einem „Vokabelpauken", sondern zu einem spielerischen Lernen mittels der oben angeführten (authentischen) Materialien. 
Wie oben erwähnt gibt es außerdem in diesem Fach keine Noten.

 

Dagmar Pfitzmayr